Die neuesten europäischen Asylstatistiken scheinen Flüchtlingen neue Hoffnung zu geben. Sie zeigen, dass im letzten Quartal 2015 die Quote der positiven Entscheidungen um zehn Prozentpunkte gestiegen ist – bis zu 60 %. Dies ist die höchste jemals verzeichnete Rate.

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Belgien, Frankreich, Deutschland und die Niederlande gewähren Flüchtlingen in Rekordzahlen Asyl. Es scheint, dass die Europäer Migranten endlich mit offenen Armen empfangen.

Bei genauerer Analyse zeigt sich jedoch, dass sich nur Vertreter weniger Nationalitäten freuen können. Grund für den starken Anstieg der positiven Entscheidungen zur Aufnahme von Flüchtlingen war die Zunahme der Antragstellung von Vertretern der Länder mit den höchsten Asylchancen.

Die Petitionen der Syrer, Eritreer und Iraker, die in 90% der Fälle Asyl erhalten, machen fast die Hälfte der Entscheidungen aus.

Für andere Länder lag die Akzeptanzrate nur bei 28%, hier wurde der Sprung nicht verzeichnet. Darüber hinaus erhalten Länder, die Migranten willkommen zu heißen scheinen, tatsächlich viele Asylanträge aus Prioritätsländern.

Dänemark beispielsweise gewährte 2015 81 % der Antragsteller Asyl, während Polen nur 18 % der Anträge genehmigte.

Aber in Dänemark kamen drei Viertel der Anträge von Syrern, Eritreern oder Irakern. Da über Gewalt und Repression in ihren Heimatländern in ganz Europa weithin berichtet wurde, weist sie die höchsten Quoten für positive Maßnahmen im Rest des Kontinents auf: 97 %, 86 % bzw. 90 %.

Andererseits sind mehr als drei Viertel der Asylsuchenden in Polen Ukrainer oder Russen. In anderen europäischen Ländern erhalten Vertreter dieser Nationalitäten in 36 % bzw. 27 % der Fälle positive Entscheidungen.

Eine faire Bewertung der Gastfreundschaft der europäischen Länder gegenüber Asylbewerbern wird vorgenommen, indem die Asylbereitstellungsquote der Aufnahmestaaten für Migranten aus Schwerpunktländern mit der europäischen Durchschnittsquote für diese Länder verglichen wird.

Dänemarks bereinigte Asylquote liegt knapp unter dem regionalen Durchschnitt. Bulgarien, Schweden, die Niederlande und Zypern haben 70 % der gesamten Asylquote, aber wenn andere Asylbewerber gezählt und gezählt werden, sinken ihre Quoten im Durchschnitt in Europa um vier Prozent. Polens Akzeptanzrate steigt von 18 % auf 34 %.

Viele Länder zeigen besondere Sympathie für Migranten aus Ländern, mit denen sie historisch verbunden sind. Malta, das die höchste bereinigte Rate von 33 Prozentpunkten über dem Durchschnitt aufweist, hat alle 770 Flüchtlinge aufgenommen, die aus dem benachbarten Libyen ankommen.

Einwohner der Schweiz, in der zwischen 30.000 und 40.000 Tamilen leben, waren entsetzt, als zwei Tamilen, denen 2013 Asyl verweigert wurde, in ihrem Heimatland gefoltert wurden. Jetzt finden Sri-Lanker hier dreimal häufiger Zuflucht als auf dem Rest des Kontinents.

Von den 120 Kubanern, die nach Europa geflohen sind, landete fast die Hälfte in Tschechien, das auch eine kommunistische Vergangenheit hat.

Was ist mit „böswilligen“ Zuständen? Rumänien hat die niedrigste Annahmequote von Asylanträgen – 15 %. Denn Bewerber, die in wohlhabendere Nachbarländer ziehen und nicht zu Vorstellungsgesprächen erscheinen, gelten automatisch als abgelehnt.

Prozentsatz der Annahme von Asylanträgen, 2015,%

Bewertung mit einer neuen Methodik und einem neuen Standard

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Im bankrotten Griechenland führt die Unterfinanzierung des Asylsystems zu voreiligen Entscheidungen auf der Grundlage falscher Informationen. Das vielleicht einzige Land auf dieser Liste ohne zwingende Entschuldigung ist Großbritannien.

Die flüchtlingsfreundlichsten Länder

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